Demeter Wein

Was ist Demeter?

Es ist der älteste Bio-Anbauverband in Deutschland. Das grundlegende Prinzip entwickelte der Anthroposoph Rudolf Steiner Ende des 20. Jahrhunderts. Er sah den bäuerlichen Betrieb als einen möglichst geschlossenen Organismus. Aus sich selber heraus fruchtbar, ohne Dünger, Pestizide oder Herbizide. Bis heute ist das ein allgemeingültiges Prinzip. Mittlerweile sind nicht nur Bauern, sondern auch Verarbeiter oder Händler bei Demeter organisiert.

Demeter Siegel

Warum eine neue Form der Landwirtschaft?

Rudolf Steiner entwickelte - durchaus kontrovers -einen “Fahrplan” für Landwirte. Sie sollten nachhaltig und für viele Generationen die Böden fruchtbar halten, um Nahrung produzieren zu können.

Über Jahrhunderte produzierte ein bäuerlicher Betrieb für die Familie und vermarktete einen Teil der Produkte. Das Vieh produzierte Rohstoffe und Dünger, dieser kam dem Betriebskreislauf (Gemüse, Obst und Getreide) zugute. Die Böden waren fruchtbar und nicht verarmt.

Durch die Entwicklung der Kunstdünger bekamen Pflanzen kurzfristig und schnell Nährstoffe. Die salzigen Mineraldünger versalzen und verarmen den Boden. Pestizide (zur Vernichtung von Schädlingen) und Herbizide (zur Vernichtung von Unkraut) bringen Giftstoffe in den Boden ein.

Der Humusanteil und die Wasserhaltekraft des Bodens gehen zurück. Die Böden werden über Jahre ausgelaugt. Immer mehr Dünger wird eingesetzt, um den gleichen Ertrag zu bekommen.

Was bedeutet biodynamischer Anbau?

Der biologisch-dynamische Anbau arbeitet nicht nur nach dem biologischen Prinzip. Die biologische Weinwirtschaft verzichtet auf synthetisch hergestellte Mittel und arbeitet ausschließlich mit natürlichen Mitteln im Weinberg. Der biologisch-dynamische Anbau ist um eine Ebene erweitert - eine geistige, philosophische oder spirituelle Ebene.

Die Grundlagen für jeden Demeter-Betrieb sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die EU-Öko-Verordnung. Zusätzlich gibt es eigene Richtlinien, die deutlich über den gesetzlichen Rahmen hinausgehen. Sie erlauben z. B. nur nur sechzehn Zusatz- und Hilfsstoffe, die EU-Öko-Verordnung erlaubt über hundert. Auch im Bereich der Tierhaltung z. B. wird den Tieren mehr Platz geboten und bei einigen Arten die Anzahl begrenzt.

Der Boden

Eine herausragende Rolle spielte für Rudolf Steiner die Erhaltung eines gesunden, fruchtbaren und lebendigen Bodens mit einer reichen Bodenflora. Der Boden soll aktiv und vielfältig sein mit Mikroorganismen, Regenwürmern, Pflanzen und Pilzen. Seine Speicherkraft für Wasser und Nährstoffe ist deutlich höher.

Eine vielfältige Insektenwelt soll Schädlinge auf natürlichem Weg in Schach halten. Bodendecker – wie das Habichtskraut - machen Herbizide überflüssig. Schädlinge wie der bekreuzte Traubenwickler werden nicht mit Insektiziden, sondern mit Pheromonen (spezifischen Duftstoffen) bekämpft.

Die Präparate

Biodynamische Landwirtschaft ist ganzheitlich. Der Winzer steht mit dem Boden, dem Klima, der Ökologie, den Gestirnen in einem Kreislauf.

Alle Materie - belebt oder unbelebt - ist Kräften aus dem Kosmos und der Erde ausgesetzt. Die Erdanziehungskraft wirkt auf alle. Der Mond steuert die Gezeiten, Zugvögel orientieren sich am Magnetfeld der Erde. Biodynamische Landwirtschaft sieht sich eingebunden in ein System aus Kräften und Energien, ob wir sie bewusst wahrnehmen oder nicht.

In der biodynamischen Landwirtschaft geht es darum, sich diese Kräfte und Energien bewusst zu machen und mit ihnen in Gleichklang zu kommen. Bestimmte Arbeitsschritte im Weinberg werden im Einklang mit diesen Kräften durchgeführt - ebenso die Ausbringung bestimmter Präparate.

Kuhhörner Demeter Insbesondere durch den Einsatz dieser biologisch-dynamischen Präparate zur Bodenpflege unterscheidet sich biodynamische Landwirtschaft von anderen Biosiegeln.

Hornkieselpulver (gemahlener Bergkristall) und Kuhdung werden in Kuhhörnern nach biodynamischen Regeln vergraben. Sie sollen sich mit Energie anreichern. Dann werden sie in kleinen Mengen in Wasser eingerührt und mehrmals im Jahr auf dem ganzen Weinberg versprüht (Spätwinter, Frühjahr, Früh- und Spätsommer). So sollen kosmische und irdische Kräfte auf die Pflanzen übertragen werden. Die gebündelte Energie aus Sonne und Erde soll ein harmonisches Wachstum der Reben bewirken.

Für einen gesunden Boden werden Heilpflanzen (Auszüge aus der Kamillenblüte, der Schafgarbe oder der Brennnessel) eingesetzt. Die Präparate sollen die Widerstandsfähigkeit der Ertragspflanze (der Rebe) auf natürliche Weise erhöhen und sie gegen Krankheiten widerstandsfähig machen. Dann braucht der Winzer weniger Pflanzenschutzmittel.

Die Rebe

Von außen betrachtet wächst der Wein etwas langsamer. Die Philosophie eines Winzers mit biodynamischen Anbau ist, Pflanzen natürlich wachsen zu lassen. Im biodynamischen Weinbau muss nicht sofort gedüngt, Laub geschnitten und Rebstöcke entblättert werden, damit der Wein schnell wächst. Die Rebstöcke werden stark und widerstandsfähig durch den gesunden Boden. Gedüngt wird mit Trester, Klee und Kompost.

Im Weinbau gibt es den Begriff der Reberziehung. Dieser Ausdruck bezeichnet den Blattaufbau und die Form des Rebstocks. Die Rebe ist ein Lianengewächs und wächst zum Licht. Bei der – sehr verbreiteten - Erziehungsart des Flachbogens wird die Rebe zu einem Bogen geformt und festgebunden. Einige Winzer lehnen diese Form der Reberziehung ab, da sie der Pflanze nicht gerecht wird. Die Rebe soll – z.B. an einem Spalierrahmen - ihrer Natur entsprechend wachsen können.

Rückbesinnung auf alte, krankheitsresistente Rebsorten (Altbestände aus regionaltypische Sorten) kann Wunder wirken. Der gelbe Silvaner mit kleinen Beeren und lockeren Trauben trocknet z. B. schnell ab und bietet Pilzkrankheiten wenig Nährboden.

Warum Wein aus biodynamischem Anbau?

Winzer haben eine große Verantwortung gegenüber den Menschen und der Natur. Der Weinberg ist ein lebendiger Organismus, seine Vielfalt zu fördern und seine Individualität stärken ist das Ziel eines Winzers bei Demeter.

Der Boden im Weinbau entscheidet für die Qualität des Weines. Seine Beschaffenheit ist einer der wichtigsten Faktoren für den speziellen Geschmack des Weines. Der Standort soll im Wein wiedererkannt werden. Kalkiger Boden, schieferartiger Boden, ein warmer Boden ... all das kann Wein transportieren. Ein Biowein aus biodynamischen Anbau wächst auf einem gesunden, reichhaltigen und ausgeglichenen Boden.

Was bedeutet Demeter Wein?

Ein Demeter Wein ist natürlich und ohne Zusatzstoffe. Sie schmecken den Boden und alle feinen Unterschiede. Die Verschiedenheiten der einzelnen Jahrgänge bleiben erhalten. In einem Jahr mit viel Säure wird die Säure nicht entfernt.

Der Demeter Wein ist stärker vom Terroir geprägt. Terroir beschreibt die verschiedenen Faktoren in einem bestimmten Gebiet (Temperatur, Sonneneinstrahlung, Bodenqualität). Die unterschiedlichen Rebsorten sind deutlich zu unterscheiden. Der Biowein ist strukturiert, kernig und authentisch.

Dieser naturbelassene ungeschwefelte Wein ist besonders gut als Essensbegleiter geeignet. Vor allem Restaurants suchen sie wegen ihres interessanten Eigengeschmacks. Sie harmonieren hervorragend mit kräftigen Speisen.

Es gibt kein signifikantes Merkmal, das biologische Weine von konventionellen Weinen unterscheidet. Ein spezifisches Charakteristikum, das nur der konventionelle Wein hat, existiert nicht. Die Spitzenweingüter in Europa oder sogar der ganzen Welt betreiben vornehmlich biologischen Weinbau.

Der biodynamische Anbau ist modern und zukunftsweisend. Authentische Spitzenweine gehen Hand in Hand mit der Natur.

Eine Übersicht über alle unsere Demeter Weine finden Sie hier

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Wein enthält Sulfite.