9. November 2011
von Steffen Krischak
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Die Schwefelung von Wein wurde im 17. Jahrhundert von Holländern erfunden, die damals in Europa einen regen Weinhandel betrieben und entdeckt hatten, wie sich verhindern ließ, dass der Wien auf dem Weg zum Kunden verdarb und etwa infolge eines starken Bakterienbefalls Essigsäure entwickelte. Der Trick bestand darin, einen Docht oder Faden in Schwefel zu tauchen und in einem Fass zu verbrennen, bevor dieses gefüllt wurde. Schwefel dient auch heute noch bei der Weinbereitung als Konservierungsmittel. Die Substanz ist bereits in der Weintraube vorhanden und auch die Hefen bilden zusätzliche Schwefelverbindungen, so dass in geringen Mengen bei der alkoholischen Gärung Schweflige Säure (H2SO3) entsteht, absolut schwefelfreie Weine gibt es deshalb nicht. Während der Weinbereitung wird zudem Schweflige Säure zugesetzt: Sie wirkt antimikrobiell, schützt vor Oxidation und bindet Polyphenole. Kurzum: Sie schützt den Wein vor Verderb, vor farblicher und geschmacklicher Beeinträchtigung und vor der Bildung von Stoffen wie Aminen (wie z.B. Histamin), die auch Auslöser von allergischen Reaktionen oder Kopfschmerzen sein können. Einige Menschen hadern nach dem Weingenuss gelegentlich mit allergischen Reaktionen oder Kopfschmerzen. Es gibt im Wein einige Inhaltsstoffe, häufig sind das biogene Amine oder der Alkohol selbst, die für diese Reaktionen verantwortlich sein können. Schwefelempfindliche Menschen führen Beschwerden nach dem Weingenuss jedoch meistens zurecht auf den Schwefel zurück. Die diesbezügliche Empfindlichkeitsschwelle ist sehr unterschiedlich.
In zahlreichen Versuchen hat man erforscht, ob die schweflige Säure als Konservierungsmittel reduziert oder gar darauf verzichtet werden könnte. Teilweise ist der Verzicht gelungen, doch gänzlich schwefelfreie Weine zeigen oft eine sorten- oder gebietsatypische Aromatik. Aufgrund der geringen Marktakzeptanz wird daher derzeit fast kein Wein ohne Zusatz schwefliger Säure erzeugt. Biowinzer blieben generell weit unter den gesetzlichen Höchstmengen der Schwefelgabe. Vorreiter für Weine ohne Schwefelzusatz ist das Fair Trade Weingut Stellar Organics aus Südafrika. Mit vollreifem und absolut sauberem Lesegut (ohne jegliche physikalische Beeinträchtigung) erzeugen sie Weine ohne Schwefelzusatz. Dabei achten sie darauf, von der Vinifikation bis zur Füllung möglichst wenig Luft an die Weine zu lassen und schenken den Tanninen besondere Aufmerksamkeit, denn diese übernehmen die konservierende Wirkung des Schwefels. Die Werte für die freie Schweflige Säure und die gesamte Schweflige Säure liegen deutlich unter 10 mg/l während vergleichbare Weine Werte von 30 mg/l und 90 mg/l aufweisen können.
Unsere Schwefelfreien Weine:
Crémant Rosé d’Alsace AOC 2009 Stentz – ohne SO2-Zusatz
Rosso Senza Solfiti Erbaluna – ohne SO2-Zusatz
Barbera Monferrato ‘Senza Solfiti’ DOC 2010 Cappelletta
Cortese ‘Senza Solfiti’ DOC 2010 Cappelletta
Caballero Andante DO 2010 Irjimpa ohne SO2-Zusatz
Merlot 2010 Stellar Organics – ohne SO2-Zusatz
Pinotage 2010 Stellar Organics – ohne SO2-Zusatz
Alle Weine zusammen finden Sie hier!

Wein ohne Schwefel